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Was ist Integrierte Versorgung? Informieren Sie sich im Überblick...! | Integrierte Versorgung in der Psychiatrie

Integrierte Versorgung bedeutet eine „sektorenübergreifende“ Versorgung unter Einbeziehung von Klinik, niedergelassenen Ärzten, ambulanter und stationärer Rehabilitation, Apotheken und andere zur Versorgung der Versicherten berechtigte Leistungserbringer, die alle in einem Netz zusammengeschlossen sind.

Dieses Netz oder federführend eine Institution im Netz hat mit einer Kasse einen Vertrag geschlossen, der die Versorgung aller (freiwillig beigetretenen) Patienten dieser Kasse hinsichtlich eines bestimmten Versorgungsspektrums in einer definierten Region sicherstellt. Ziel ist, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und gleichzeitig die Gesundheitskosten zu senken.

Krankenkassen können zu diesem Zweck besondere Integrierte Versorgungsverträge abschließen, die im Sozialgesetzbuch V (SGB V) in den § 140a, § 140b, § 140c und § 140d geregelt sind. Diese können sich auf einzelne Erkrankungen, mehrere Erkrankungen und/oder ganze Versorgungsregionen beziehen.

Das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GMG 2004), das am 1. Januar 2004 in Kraft trat, hat neue Verträge zur Integrierten Versorgung vorangetrieben. Zum 1. Januar 2004 wurde nach dem § 140d SGB V eine Anschubfinanzierung in Höhe von bis zu 1% der jährlichen vertragsärztlichen Vergütungen (rund 220 Millionen Euro) und 1% aus dem Krankenhausbudget (rund 460 Millionen Euro) speziell für die Integrierte Versorgung bereitgestellt. Die Anschubfinanzierung wurde durch das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz (VÄndG) bis Ende 2008 verlängert. Die Anschubfinanzierung ist mit Inkrafttreten der Gesundheitsreform 2009 beendet. Seitdem wird die Integrierte Versorgung aus dem normalen Krankenkassenbudget finanziert. Zum 1. Januar 2011 wurde zudem die Liste der potentiellen Vertragspartner im SGB V erweitert. Dabei dürfen jetzt auch u.a. pharmazeutische Unternehmen oder Hersteller von Medizinprodukte als direkte Vertragspartner auftreten.

Bis zum Ende des Jahres 2008 wurden insgesamt 6.183 IV-Verträge in Deutschland geschlossen.

Wie viele Integrierte Versorgungsverträge im Bereich psychischer Erkrankungen bis heute geschlossen wurden, ist nicht genau bekannt. Laut der Statistik der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie sind es am 31.12.2011 61 Projekte (siehe Integrierte Versorgung bei der DGPPN).